Die Frage der Familiennamen ist in der Schweiz erneut in den Mittelpunkt der Debatten gerückt. Seit 2013 können Ehepaare offiziell keinen Doppelnamen mehr führen: Sie müssen entweder jeweils ihren Geburtsnamen behalten oder sich für einen gemeinsamen Familiennamen entscheiden. Diese Regelung wurde vielfach kritisiert, da sie Frauen tendenziell benachteiligt, die nach wie vor meist ihren eigenen Namen zugunsten des Namens ihres Ehemanns aufgeben.
Die Rückkehr des Doppelnamens für Ehepaare
Das Bundesparlament hat kürzlich eine Reform verabschiedet, die es Ehepartnern wieder ermöglicht, einen Doppelnamen anzunehmen. Jeder Partner kann seinen Geburtsnamen mit dem des Ehepartners kombinieren, mit oder ohne Bindestrich und in beliebiger Reihenfolge. Die Reform geht jedoch nicht so weit, wie manche gehofft hatten: Kinder sind von dieser Möglichkeit ausgeschlossen und müssen weiterhin einen einzigen, von den Eltern gewählten Namen tragen.
Wie sieht es bei unverheirateten Paaren aus?
Für unverheiratete Partner bleibt die Situation unverändert. Ein Kind unverheirateter Eltern erhält den Namen des Elternteils, der die alleinige elterliche Sorge innehat, oder – im Falle des gemeinsamen Sorgerechts – wird der Name aus den Geburtsnamen der Eltern ausgewählt. Wenn die Eltern später heiraten und einen gemeinsamen Familiennamen annehmen, erhält das Kind automatisch diesen Namen – sofern das Kind älter als 12 Jahre ist, ist dessen Zustimmung erforderlich.
Ein Gleichgewicht finden
Diese Entwicklungen zeigen, dass der Gesetzgeber bestrebt ist, ein Gleichgewicht zwischen individueller Freiheit, Gleichstellung der Geschlechter und familiärem Zusammenhalt herzustellen. Dennoch unterliegen unverheiratete Paare weiterhin strengeren Regeln, was das Fehlen eines spezifischen rechtlichen Status für ihre Lebensgemeinschaft widerspiegelt.



